Versorgungssicherheit

«Alpiq ist weiterhin bestrebt, ihre Projekte voranzutreiben»

07.04.2026, 14:00 | Versorgungssicherheit

Alpiq beteiligt sich heute und in Zukunft aktiv an der Energieversorgung der Schweiz. Sie engagiert sich in fünf Projekten des Runden Tisches Wasserkraft des Bundes, der 2021 beschlossen hat, 16 Projekte zu fördern, um ein Produktionsziel von zwei TWh bis 2040 zu erreichen. Das Bundesamt für Energie hat im vergangenen Jahr angekündigt, dass zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind, um dieses Ziel bis zum festgelegten Zeitpunkt zu erreichen, und einen weiteren Austausch zwischen Projektträgern, Behörden und NGOs initiiert. Bei dieser Gelegenheit möchten wir gemeinsam mit Michaël Plaschy, Leiter Wasserkraft, eine Bestandsaufnahme jener Projekte machen, an denen Alpiq beteiligt ist.

Michaël, wie ist der Stand bei den von Alpiq vorangetriebenen Projekten des Runden Tisches Wasserkraft?

Alpiq setzt sich aktiv dafür ein, die Projekte zur Winterstromproduktion voranzutreiben, nämlich den neuen Mehrzweckspeicher Gornerli und die beiden Staudammerhöhungen Moiry und Emosson. Alpiq ist auch am Projekt Sambuco beteiligt, während das Projekt Oberaletsch von anderen Partnern übernommen wurde. Die unternommenen Anstrengungen sind erheblich, auch wenn der Fortschritt weiterhin langsam verläuft und manchmal etwas frustrierend ist. Die Studien laufen noch, allerdings hat jedes Projekt seine Besonderheiten. Beim Projekt Gornerli handelt es sich um eine neue Staumauer, die logischerweise eine längere Vorbereitungszeit erfordert. Insbesondere muss eine Zusatzkonzession abgeschlossen werden, was bei den Erhöhungen der beiden bestehenden Staumauern nicht der Fall sein dürfte. Hervorzuheben ist im Fall Emosson zudem, dass seine doppelte «Staatsangehörigkeit» aufgrund unterschiedlicher Gesetzgebung in der Schweiz und in Frankreich komplexere Verwaltungsverfahren mit sich bringt.

Auch wenn sich die Projekte in der Studienphase befinden, ist festzustellen, dass es einen Unterschied zwischen der am Runden Tisch 2021 angekündigten Winterproduktion und den aktuellen Zahlen der Projekte gibt. Wie erklären Sie sich das?

Es ist wichtig, die einzelnen Etappen zu verstehen, die Projekte dieser Grössenordnung durchlaufen müssen. Nehmen wir zum Beispiel die Erhöhung der Staumauer Moiry. Zunächst gilt es, eine Machbarkeitsstudie für das Projekt zu erstellen. In diesem Stadium geht es immer darum, mehrere Varianten, im konkreten Fall unterschiedliche Aufstockungshöhen, zu evaluieren. Auf diese Weise werden alle Optionen offengehalten. Das Projekt Moiry befand sich 2021 in diesem Stadium, mit Erhöhungsoptionen zwischen 5 und 21 Metern.

Wenn sich die Zahlen weiterentwickeln und präzisieren, bedeutet dies, dass die Projekte vorankommen.

Michaël Plaschy, Leiter Wasserkraft bei Alpiq

Welche Option hat Alpiq unterstützt?

Wir haben von Anfang an für eine Variante optiert, die es ermöglicht, auf eine Fortsetzung der Krümmung des Bauwerks zu verzichten, das heisst für eine Erhöhung um zirka 8 bis 9 Meter. Anschliessend gilt es, die Analyse unter Berücksichtigung aller Aspekte zu vertiefen, von der Winterproduktion über die Geologie, die Auswirkungen auf Landschaft und Natur, die genauen Stabilitätsberechnungen des Bauwerks bis hin zu den erforderlichen technischen Anpassungen der bestehenden Infrastruktur, den rechtlichen Aspekten, einer ersten Kostenschätzung und so weiter. Für die Staumauer Moiry beziffern diese Detailstudien die geplante Aufstockungshöhe heute auf rund 9 Meter, was zu einer Winterreserve von rund 50 GWh führt. All diese fundierten Analysen sind notwendig. Wenn sich die Zahlen weiterentwickeln und präzisieren, bedeutet dies, dass die Projekte vorankommen.

Und wie ist der Stand bei den anderen Projekten, insbesondere beim Projekt Gornerli?

Dieses Projekt oberhalb von Zermatt befindet sich derzeit in einer Phase, in der die verschiedenen in der Machbarkeitsstudie festgestellten Punkte wie technische Aspekte, Logistiklösungen, Konkretisierung des Volumens, maximale Winterproduktion, Umweltauswirkungen und so weiter geklärt und spezifiziert werden müssen. Die technischen und ökologischen Studien für das Projekt Gornerli laufen derzeit noch, insbesondere diejenigen zur Hydrologie, die noch mit der im November 2025 publizierten Studie des Bundes «Klima CH2025» abzugleichen sind. All diese Studien werden die endgültige Konfiguration dieser Anlage definieren, die nicht für die nächsten 20 Jahre konzipiert werden muss, sondern optimiert und den Bedürfnissen im Zeitrahmen eines ganzen Jahrhunderts gerecht werden soll. Auch ihre Rolle für den Hochwasserschutz der Region Zermatt ist sehr wichtig.

Und wie sieht es mit dem Projekt zur Erhöhung der Staumauer Emosson aus?

Beim Projekt Emosson ist eine Erhöhung in der Grössenordnung von 10 Metern vorgesehen. Es werden weiterhin Analysen durchgeführt, die insbesondere den binationalen Aspekt des Wasserkraftwerks berücksichtigen müssen. Dies macht die Abläufe etwas komplexer, da beispielsweise die Investitionshilfe des Bundesamtes für Energie nur die Hälfte der Erhöhung betrifft. Es gilt daher, Alternativen zu finden, um die wirtschaftlichen Aspekte sicherzustellen.

Was sind die nächsten Schritte?

Für das Projekt Gornerli, welches von den 16 Projekten des Runden Tisches den grössten Beitrag zur Winterproduktion leistet, werden die Diskussionen in der Begleitgruppe «Dialog Gornerli» – zu den Themen zusätzliche Kompensationsmassnahmen, Restwasser, Varianten – mit verschiedenen externen Beteiligten und Fachleuten fortgesetzt. Wir werden die Bevölkerung weiterhin regelmässig informieren. Die Umweltstudien werden es ermöglichen, die definitiven Volumen präziser zu bestimmen, während das Logistikkonzept fertiggestellt werden muss. Das Thema Zusatzkonzession wird derzeit mit den Konzessionsbehörden verhandelt und muss in den Gemeinden des Mattertals zur Abstimmung gebracht werden. Nicht zu vergessen sind auch die Verhandlungen über den Restwert der Anlage. Anschliessend kann das Dossier bei den Behörden eingereicht werden. Für Moiry wird der Austausch mit den Umweltverbänden und den Behörden selbstverständlich fortgesetzt, und für 2027 ist eine öffentliche Auflage geplant. Für Emosson wird der Dialog mit den Behörden und dem Aktionär EDF fortgeführt, während die technischen Studien weiter verfeinert werden.

Welche Herausforderungen gilt es zu bewältigen?

Es ist festzustellen, dass die Dossiers aus technischer Sicht gut voranschreiten, es jedoch noch viele Herausforderungen zu meistern gilt: das Thema Zusatzkonzessionen für das Projekt Gornerli, das Thema Heimfälle und die Verhandlungen über die Restwerte für zahlreiche Anlagen sowie die Kompensationsmassnahmen, die integraler Bestandteil des bei den Behörden einzureichenden Dossiers sind. All dies sind Elemente, an denen zahlreiche Akteurinnen und Akteure beteiligt sind und deren Umsetzung zeitaufwändig ist. Dennoch gilt es, das Ziel des Bundes, die Versorgungssicherheit unseres Landes im Winter zu verbessern, im Auge zu behalten.