Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Alpiq liefert robustes Ergebnis trotz eines langen ungeplanten Produktionsausfalls

26.02.2026, 07:00 | Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Lausanne – Alpiq hat 2025 ein robustes operatives Ergebnis erzielt und verzeichnete ein bereinigtes EBITDA von 572 Mio. CHF. Dieses liegt unter den sehr starken Ergebnissen von 2023 und 2024, übertrifft aber die früheren Jahre. Der operative Cashflow beträgt 490 Mio. CHF, das Netto-Finanzguthaben ist um 130 Mio. CHF auf 558 Mio. CHF gestiegen. Die Eigenkapitalquote liegt bei 61%. Das Jahr war stark geprägt von Produktionsausfällen und einem anspruchsvollen Marktumfeld, wobei der ungeplante Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen (KKG) das Ergebnis mit 149 Mio. CHF am stärksten belastete. Das Ergebnis nach IFRS beinhaltet nicht operative Effekte, die das EBITDA um 139 Mio. CHF auf 433 Mio. CHF reduzierten, ohne den operativen Cashflow zu beeinflussen. Gestützt auf ein sehr solides finanzielles Fundament schärfte Alpiq ihre Unternehmensstrategie, um das Wachstum zu beschleunigen und ihre Rolle in der europäischen Energiewende zu stärken.

2025 übertraf die Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie in der EU erstmals diejenige aus fossilen Brennstoffen. Dadurch stieg der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromproduktion auf 47,7%. Die Nachfrage nach flexiblen Produktionskapazitäten und Energielösungen nahm weiter zu. Alpiq setzte ihre Wachstumsstrategie mit klarem Fokus auf Flexibilität und Modernisierung des bestehenden Portfolios fort. Das Unternehmen tätigte umfangreiche Investitionen in flexible Infrastruktur, darunter Batterieenergiespeichersysteme (BESS) und Wasserkraftwerke, um der steigenden Nachfrage nach zuverlässigem, emissionsarmem und erschwinglichem Strom gerecht zu werden.

Wir richten Alpiq für die Zukunft aus: Unsere Strategie ist auf Flexibilität, Modernisierung der Kraftwerke und kundenorientierte Energielösungen ausgerichtet. Damit festigen wir unseren Beitrag zur europäischen Energiezukunft.

Antje Kanngiesser, CEO Alpiq

Das Jahr war geprägt von einer Kombination aus Produktionsausfällen und einem anspruchsvollen Marktumfeld. Letzteres blieb 2025 herausfordernd, stark beeinflusst durch geopolitische Spannungen, regulatorische Anpassungen, handelspolitische Entwicklungen und witterungsbedingte Effekte. Der grösste Einzeleffekt betraf den ungeplanten Ausfall des Kernkraftwerks Gösgen (KKG).

Trotz dieser Herausforderungen lieferte Alpiq 2025 ein robustes operatives Ergebnis und verzeichnete ein bereinigtes EBITDA von 572 Mio. CHF. Dieses Ergebnis liegt zwar unter den ausserordentlich starken Ergebnissen der Vorjahre, widerspiegelt jedoch das sehr starke finanzielle Fundament und zeigt die Resilienz von Alpiq in einem dynamischen Energiemarkt: Die Liquidität des Unternehmens erhöhte sich per Jahresende um 71 Mio. CHF auf 1’749 Mio. CHF. Der operative Cashflow erreichte 490 Mio. CHF, die Nettoliquidität stieg um 130 Mio. CHF auf 558 Mio. CHF. Im Juli 2025 platzierte Alpiq erfolgreich eine 10-jährige Anleihe über 150 Mio. CHF zu attraktiven Konditionen. Das starke finanzielle Fundament des Unternehmens ermöglichte weitere Investitionen in Wachstumsbereiche und eine Dividendenausschüttung von 162 Mio. CHF im Jahr 2025. Insgesamt befindet sich Alpiq dank einer Eigenkapitalquote von 61% weiterhin in einer ausserordentlich starken Finanzlage. Der Verwaltungsrat beantragt zuhanden der Generalversammlung 2026 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 230 Mio. CHF.

Unser finanzielles Fundament erwies sich in einem anspruchsvollen Jahr als robust. Es ermöglichte Investitionen in zukunftsorientierte Anlagen bei gleichzeitiger Wahrung der Stabilität und Verlässlichkeit für die Stakeholder.

Peter-Wim Gerssen, CFO Alpiq

Ausfall Gösgen und nicht-operative Effekte beeinflussen Ergebnis

Neben den negativen Auswirkungen aus dem ungeplanten, längeren Stillstand des KKG in Höhe von 149 Mio. CHF belasteten zwei wesentliche nicht-operative Effekte das Finanzergebnis 2025 auf Stufe IFRS: zum einen die Entwicklung der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO) zum anderen die Ergebnisverschiebungen aufgrund von Fair-Value-Effekten aus Energiederivaten.

Die Betreiber von Schweizer Kernkraftwerken sind verpflichtet, in die STENFO einzuzahlen. An deren Anlageperformance ist Alpiq indirekt beteiligt. Diese unterliegen Marktschwankungen. Der zweite nicht operative Effekt betrifft die Ergebnisverschiebungen aufgrund von Fair-Value-Effekten aus Energiederivaten. Diese wurden zwecks Absicherung künftiger Stromproduktion respektive physischer Energieverträge (Bezug und Lieferung) eingegangen. Die Effekte spiegeln die zeitlichen Verschiebungen wider, die sich über die Laufzeit der zugrunde liegenden Transaktionen ausgleichen werden. Per Stichtag wirkten sie sich negativ aus.

Zusammen reduzierten diese zwei nicht-operativen Effekte das EBITDA nach IFRS um 139 Mio. CHF auf 433 Mio. CHF. Der operative Cashflow wurde dadurch nicht tangiert. Das Reinergebnis nach IFRS betrug 197 Mio. CHF.

Unterschiedliche Ergebnisse in Assets, Trading und Origination

Bei den Wertschöpfungselementen widerspiegelten die Ergebnisse im Jahr 2025 die unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Das Wertschöpfungselement Assets (inklusive Asset Trading) wies ein bereinigtes EBITDA von 662 Mio. CHF aus. Es lag damit um 310 Mio. CHF unter dem Vorjahr. Nebst dem ungeplanten Ausfall des KKG, trugen die deutlich reduzierten Zuflüsse im Bereich Wasserkraft nach dem Rekordjahr 2024 sowie die geplanten Generalüberholungen der Gaskraftwerke San Severo (Italien) und Plana del Vent (Spanien) dazu bei.

Das gesamte Marktumfeld erwies sich im Jahr 2025 als herausfordernd. Unter diesen Bedingungen konnte das Wertschöpfungselement Trading, welches das sogenannte «Merchant Trading» von Alpiq repräsentiert, nach einer längeren Phase mit starker Performance keine positiven Ergebnisse liefern. Es verzeichnete ein negatives bereinigtes EBITDA von -35 Mio. CHF und markierte damit das erste negative Handelsjahr des «Merchant Trading». Dieses Ergebnis ist auf schwache Ergebnisse an den Gas-, Strom- und Emissionsmärkten zurückzuführen. Das Trading leistete jedoch darüber hinaus einen Beitrag zu Marktanalyse, Liquiditätsmanagement und zur Unterstützung der Aktivitäten im Asset und Intraday Trading.

Das Wertschöpfungselement Origination erzielte ein bereinigtes EBITDA von 41 Mio. CHF. Das Ergebnis ist solide, liegt aber ebenfalls deutlich unter dem ausserordentlich starken Vorjahr. Die Marktunsicherheit hat die Nachfrage nach langfristigen Verträgen gebremst.

Bereinigte Ergebnisse (ohne nicht operative Effekte)

Mio. CHF20252024
Nettoumsatz5’9206’366
EBITDA572962
EBIT442848
Reinergebnis310606
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit4901’031

Strategische Investitionen fördern Flexibilität und Wachstum in ganz Europa

Alpiq hat die Strategie 2025 geschärft und deren Umsetzung erfolgreich vorangetrieben. Sie setzte dabei auf Investitionen, die sich auf Stärkung und Wachstum im Bereich flexibler Kraftwerke und Speicher konzentrierte. Das Unternehmen hat seinen ersten 30-MW-/36-MWh Batteriespeicher in Finnland fertiggestellt und in Betrieb genommen. Weitere BESS-Projekte sind im Bau – eine 125-MW-Anlage in Haapajärvi (Finnland) und eine 100-MW-Anlage in Nordfrankreich. Ende 2025 hat sich Alpiq zudem eine 406-MW-Projekt-Pipeline in Deutschland gesichert.

In der Schweiz wurde die Modernisierung des Wasserkraftwerks Mottec abgeschlossen. Die etappenweise Revision des Kraftwerks Bieudron, dem leistungsstärksten Wasserkraftwerk des Landes, bleibt auf Kurs. Fertigstellung ist für 2026 geplant. In Italien und Spanien, investierte Alpiq bei den Gaskombikraftwerken in San Severo und Plana del Vent gezielt in die Steigerung der Effizienz und der Flexibilität, um damit das System und die Versorgungssicherheit zu stärken. In Ungarn läuft der Bau einer neuen Kraftwerksanlage, die hoch flexible Gasmotoren mit einem Batteriespeicher kombiniert, um das Netz effizienter und mit möglichst geringem Ausstoss von Emissionen zu unterstützen.

Auf Grundlage dieser Entwicklungen im Wertschöpfungselement Assets hat Alpiq zudem ihre Origination-Aktivitäten im Kundenbereich erweitert. Sie hat ihre Präsenz in Kernmärkten ausgebaut und neue Chancen in Europa ausgelotet. Der Fokus lag dabei auf strukturierten Energieprodukten, innovativen Flexibilitätsangeboten mit BESS und Demand-Side-Lösungen sowie Energiebezugsverträgen (PPA) und Kundenplattformen, die Flexibilität und Zugang zum Intraday-Markt ermöglichen. Zu den jüngsten Highlights gehören ein langfristiges PPA zum Bezug erneuerbarer Energie mit Etex in Frankreich, die ersten Tolling-Vereinbarungen, welche die Entwicklung von BESS-Projekten von Drittanbietern ermöglichten, sowie die Einführung einer Echtzeit-Intraday-Pricing- und One-Click-Handelsplattform. All dies hilft den Kunden, die Betriebskontinuität zu wahren und die Energiekosten auch in Zeiten volatiler Märkte zu optimieren

Nachhaltiges Wirtschaften stand auch 2025 im Zentrum. Alpiq hat ihren Ansatz der sogenannten «Double Materiality» (doppelte Wesentlichkeit) auf zehn Themenbereiche ausgeweitet, die Scope-1-Emissionen um 12% und die Scope-2-Emissionen um 32% reduziert und weitere Fortschritte in Hinblick auf ihr Netto-Null-Ziel für 2040 erzielt. Darüber hinaus hat das Unternehmen sein Engagement in den Bereichen Soziales und Governance weiter vorangetrieben. Alpiq verfolgt weiterhin das Ziel, den Anteil von Frauen im Top-Management auf 35% zu erhöhen, keine arbeitsbedingten Erkrankungen oder Todesfälle zu verzeichnen, die Due-Diligence-Prozesse in der Lieferkette zu stärken und erneut in mehreren Ländern die Zertifizierung «Great Place to Work» zu erhalten.

Wechsel in der Geschäftsleitung

Nach sechs Jahren – darunter fast vier Jahre an der Spitze des Geschäftsbereichs Trading – wird Navin Parasram Alpiq verlassen. Antje Kanngiesser, CEO von Alpiq, sagt: «Navin ist 2020 während der Covid-Krise zu Alpiq gekommen, zunächst als Leiter des Merchant Trading. Im Juni 2022 übernahm er die Leitung des Geschäftsbereichs Trading. Navin spielte eine Schlüsselrolle dabei, das Unternehmen durch die grösste Energiekrise der Geschichte zu führen, unsere strategische Ausrichtung festzulegen und tiefgreifendes fachliches Know-how einzubringen.» Johannes Teyssen, Verwaltungsratspräsident von Alpiq: «Ich danke Navin herzlich für sein Engagement und seinen Beitrag in den vergangenen sechs Jahren bei Alpiq.»

Morgane Trieu Cuot, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Trading von Alpiq und seit September 2024 verantwortliche Leiterin des erfolgreichen Asset Trading-Geschäfts, übernimmt die Aufgaben interimistisch. So kann das Unternehmen genügend Zeit gewinnen, um das zukünftige Profil dieser wichtigen Position zu evaluieren. Alpiq strebt zudem an, die Trading- und Origination-Aktivitäten auszubauen, um die ambitionierte Wachstumsstrategie im Hinblick auf die Flexibilitätsanforderungen künftiger dekarbonisierter Energiesysteme zu unterstützen.

Ausblick

Da der grösste Teil der Stromproduktion für 2026 bereits abgesichert ist, startet Alpiq mit einer soliden Ertragslage ins neue Jahr. Das Unternehmen rechnet mit einem weiteren Wachstum seines Flexibilitätsportfolios. Zusätzlich zum neu erworbenen 100-MW-BESS Cheviré in Frankreich sollen noch weitere Batteriespeicherprojekte in verschiedenen europäischen Ländern hinzukommen, sowie weitere Investitionen im Wasserkraft und flexibler Kraftwerke. Alpiq ist bereit, in den nächsten Jahren jeweils bis zu 1 Milliarde CHF pro Jahr in flexible Produktions- und Speicheranlagen zu investieren, sofern die Investitionskriterien erfüllt sind. 

Alpiq treibt die Projekte des Runden Tisches Wasserkraft weiterhin aktiv voran, insbesondere den Mehrzweckspeicher Gornerli bei Zermatt. Das Kernkraftwerk Gösgen wird voraussichtlich am 21. März 2026 wieder ans Netz gehen. Der Ausfall wird sich jedoch auch auf das Jahresergebnis 2026 auswirken. Alpiq bleibt finanziell gut positioniert, um das Wachstum organisch zu finanzieren, ihr Kraftwerksportfolio zu modernisieren und ihre Kunden zu unterstützen und gleichzeitig einen verlässlichen Beitrag zu einem besseren Klima und einer besseren Versorgungssicherheit in der Schweiz und in ganz Europa zu leisten.

Über Alpiq

Alpiq ist eine führende Schweizer Stromproduzentin und Energiedienstleisterin, die europaweit tätig ist. Sie bietet ihren Kunden umfassende und effiziente Dienstleistungen in den Bereichen Energieerzeugung und -vermarktung sowie Energieoptimierung. Seit mehr als 100 Jahren produziert Alpiq klimafreundlichen und nachhaltigen Strom aus erneuerbarer Schweizer Wasserkraft. Das Portfolio umfasst zudem Beteiligungen an zwei Schweizer Kernkraftwerken sowie flexiblen thermischen Kraftwerken, Windparks, Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern in Europa. Die Alpiq Gruppe beschäftigt gegen 1’400 Mitarbeitende und hat ihren Sitz in Lausanne. Die Alpiq Holding AG ist eine privatrechtliche Aktiengesellschaft mehrheitlich in privater Hand. Sie wird zu 100 Prozent von den drei Aktionärsgruppen der Schweizer Kraftwerksbeteiligungs-AG (SKBAG), dem Konsortium Schweizer Minderheitsaktionäre (KSM) und der EOS Holding SA (EOS) kontrolliert.

Weitere Informationen zu Alpiq finden Sie unter www.alpiq.com.