Die Alpiq Hydro Aare AG wurde für den Erhalt und die nachhaltige Sanierung des historischen Stauwehrs Winznau ausgezeichnet – ein Vorzeigeprojekt für gelebten Denkmalschutz und innovative Ingenieurskunst.
Von Abrissplänen zur nachhaltigen Sanierung
Noch vor wenigen Jahren schien der Abriss des historischen Oberbaus beschlossene Sache: Im Rahmen der Konzessionserneuerung 2010 war ein kompletter Neubau vorgesehen, um die gestiegenen Anforderungen an die Erdbebensicherheit zu erfüllen. Doch neue, verformungsbasierte Berechnungsmethoden zeigten 2017, dass die massive Bauweise des Wehrs auch heute den modernen Sicherheitsstandards genügt. Die Wehrpfeiler würden bei einem Erdbeben dank ihres hohen Eigengewichts in ihrer Ursprungsposition verbleiben. Damit war der Entscheid klar: Der historische Oberbau bleibt erhalten, das Sanierungsprojekt wurde entsprechend angepasst.
Technikgeschichte zum Anfassen
Im Oberbau des Wehrs befinden sich bis heute die originalen Antriebe, mit denen die tonnenschweren Wehrschützen gehoben und gesenkt werden. Die Zahnräder, gefertigt mit der damals innovativen Winkelverzahnung, sind ein technisches Highlight: Das Patent hierfür erwarb einst André Citroën, der das Symbol später als Logo für seine Automarke wählte. Die Sanierung erfolgt behutsam: Gebäudetechnik und Fenster werden erneuert, ohne den historischen Charakter zu verändern.
Neue Brücke für die Zukunft
Im Zuge der Sanierung entsteht auch eine neue, breitere Passerelle über die Aare, die Fussgängerinnen, Fussgängern und Velofahrenden mehr Platz bietet. Die Idee einer breiteren Brücke ist dabei fast so alt wie das Wehr selbst – schon beim Bau Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Pfeiler für eine mögliche Eisenbahnbrücke dimensioniert.
Mit der Auszeichnung des Solothurner Heimatschutzpreises wird das Engagement von Alpiq für den Erhalt von Kulturgut und nachhaltige Ingenieurskunst gewürdigt – und das Stauwehr Winznau bleibt ein lebendiges Zeugnis Schweizer Baugeschichte.
Das Stauwehr Winznau bei Olten ist ein Wahrzeichen der Schweizer Wasserkraftgeschichte – und seit 2024 auch offiziell ein preisgekröntes Denkmal. Die Alpiq Hydro Aare AG wurde mit dem Solothurner Heimatschutzpreis ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere den «vorbildlichen Einsatz im Sinne einer hohen Baukultur».