Die Bauarbeiten zur Sanierung des Stauwehrs Winznau sind in vollem Gange. Das bedeutet nicht nur für das Team auf der Baustelle, dass sich ihr Umfeld stetig verändert. Auch für alle, die sich zu Fuss und auf dem Velo rund um das Stauwehr bewegen, ist die Baustelle spür- und einsehbar. Dazu gehört zum Beispiel der Kran, der in den Himmel ragt. Dazu gehören aber auch die neuen Wege, die zum und über das Stauwehr führen oder zukünftig führen sollen. Und es sind auch der Fischpass, die Geschichte des Stauwehrs oder eine temporäre Sperrung des Wehrübergangs, die die Passantinnen und Passanten beschäftigen.
Wir waren vor Ort unterwegs und haben mit denjenigen gesprochen, die das Stauwehr als Teil ihres Arbeitsweges erleben oder einfach ihre Freizeit hier geniessen: Wie nehmen sie die Baustelle wahr und was bedeutet ihnen der Wehrbau in der Winznauer Landschaft?
Die Stimme des Velofahrers
Fährst Du öfter hier am Stauwehr vorbei?
Ja, ich bin hier immer wieder zu Fuss und mit dem Fahrrad unterwegs. Seit 1987 lebe ich in Winznau. Für meinen Arbeitsweg zum SBB-Industriewerk bin ich auf die Überquerung des Wehrs angewiesen und komme deshalb fast täglich hier vorbei. Aber nur noch ein Jahr, dann werde ich pensioniert.
Was bedeutet Dir die Optik des Stauwehrs in der Landschaft?
Die Optik des Stauwehrs prägt meine Erinnerungen an diesen Ort. Wenn man ehrlich ist, ist der Bau optisch nicht mehr zeitgemäss und veraltet. Würde man es heute neu bauen, würde man es ganz sicher anders bauen. Ich finde es auch deshalb schön, dass es, trotz Sanierung erhalten bleibt. Denn obwohl das Stauwehr vor allem funktional sein soll, hat es so einen gewissen Charme.
Wie empfandest Du die bisherige Überfahrt vor der Sanierung?
Die Überfahrt über die Brücke ist ein Miteinander zwischen Velofahrenden und den Passanten und Passantinnen, die zu Fuss unterwegs sind. Wenn mir ein Fussgänger entgegenkommt, schiebe ich mein Velo auch gern. Ansonsten fahre ich, wie der Grossteil der Fahrradfahrenden, über die Wehrbrücke.
Und wie nimmst Du die Bauarbeiten wahr?
Bis jetzt stellt sie mich vor keine grossen Herausforderungen. Auch die zwischenzeitliche Sperrung und der damit verbundene Umweg über die Hauptstrasse war für mich in Ordnung, da ein Ende absehbar war. Ansonsten ist der Weg über die Aare am Stauwehr schon eine grosse Abkürzung.
Sind Dir die neuen Annehmlichkeiten, die mit der Sanierung einhergehen, bewusst?
Für mich hat die Überfahrt bisher super funktioniert. Deshalb freue ich mich nicht speziell auf die neue Brücke. Und da ich sowieso nur noch ein Jahr beruflich diesen Weg nehmen muss, profitiere ich auch nicht lange davon.
Welche Jahreszeit hast Du hier am Wehr am liebsten?
Ich finde, dass jede Jahreszeit ihren Charme hat. Aber wenn das Wehr und die Landschaft drumherum in Schnee gehüllt sind, gefällt es mir besonders gut. Wobei ich auch die bunten Blätter im Herbst zu schätzen weiss.
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Interview & Foto: Finja Basan