Versorgungssicherheit

Ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit im Winter

21.05.2026, 11:00 | Versorgungssicherheit

Sitten – Die Forces Motrices de la Gougra SA (FMG) treibt das Projekt zur Erhöhung der Staumauer Moiry im Val d’Anniviers (VS) aktiv voran. Das Projekt zählt zu den 16 Wasserkraftprojekten von nationaler Bedeutung, die auf Bundesebene ausgewählt wurden, um die Stromversorgungssicherheit im Winter zu stärken.

Nach mehreren Jahren technischer, rechtlicher und ökologischer Studien nimmt das künftige Profil der Staumauer Moiry Gestalt an. Die bevorzugte Variante sieht eine Erhöhung der Mauer um 9 Meter vor, was eine optimierte Lösung hinsichtlich des Energiebeitrags, der technischen Machbarkeit, der Umweltauswirkungen und der Investitionskosten gegenüber den verschiedenen analysierten Varianten darstellt.

Äquivalenter Stromverbrauch von 10'000 Haushalten

Diese Erhöhung würde es ermöglichen, die Speicherkapazität des Stausees um rund 15 %, d. h. um über 12 Millionen Kubikmeter, zu steigern und zusätzliche 40 bis 50 GWh vom Sommer in den Winter zu verlagern. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von rund 10'000 Haushalten. Damit würde die Staumauer eine Gesamthöhe von rund 157 Metern erreichen und so ihren Beitrag zur Energieversorgung des Landes ausbauen.

Neben der Erhöhung der Staumauer umfasst das Projekt auch eine deutliche Steigerung der Pumpleistung zwischen dem sanierten Kraftwerk Mottec und der Staumauer. Seit der Inbetriebnahme 1958 wird ein Teil des in Mottec gesammelten Wassers in den Lac de Moiry gepumpt. Eine neue Anlage wird 50 % mehr Kapazität mit 5 m3/s bieten. Dieses System bietet eine ideale Flexibilität, um auf die schwankende Stromnachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher reagieren zu können. «Die Erhöhung der Staumauer Moiry und die Steigerung der Pumpleistung im Kraftwerk Mottec verdeutlichen unser Engagement, den aktuellen und künftigen Strombedarf des Landes zu decken», versichert Michael Plaschy, Präsident der Forces Motrices de la Gougra.

Dialog mit Umweltverbänden

Die Umweltauswirkungen des Projekts zur Erhöhung der Staumauer Moiry werden von der FMG mit Unterstützung durch spezialisierte Büros seit den ersten Studienphasen analysiert. Nachdem die Studien und die Konturen des Projekts klar festgelegt waren, wurde Anfang 2026 ein konstruktiver Austausch mit mehreren Umweltorganisationen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Fischereibranche aufgenommen, um ihnen das Projekt vorzustellen, die Herausforderungen zu ermitteln und die Methodik der rechtlich vorgesehenen Kompensationsmassnahmen zu erörtern. Die anstehenden Studien werden sich insbesondere mit den Umweltkompensationsmassnahmen und der Anpassung der bestehenden Infrastrukturen in enger Abstimmung mit den kantonalen und kommunalen Behörden befassen.

Da der Wasserstand und die Krone um rund 9 Meter erhöht werden, kann das Staumauer-Restaurant nicht mehr am bisherigen Standort betrieben werden. Die Gestaltung der Zufahrtsstrasse sowie ein neuer Standort für ein neues Restaurant werden aktuell mit der Gemeinde besprochen.

Die Staumauer Moiry ist ein zentrales Element der Wasserkraftanlage Gougra, die von der FMG betrieben wird. Das Projekt zur Erhöhung folgt dem Prinzip einer gezielten Aufwertung bestehender Infrastrukturen und soll die Nutzung des bereits turbinierten Wassers optimieren. Beim Runden Tisch Wasserkraft wurde dem Projekt ein nationales Interesse bescheinigt. Sobald die Baubewilligung eingereicht und formell bestätigt wurde, kann der Bund bis zu 60% der Investitionen übernehmen. Das Projekt wurde bereits von den sechs Konzessionsgemeinden, die im Verband der Konzessionsgemeinden FMG-39 zusammengeschlossen sind, grundsätzlich befürwortet.

Die Planungsstudien laufen weiter, ebenso die Vorbereitungen für die Bewilligungsverfahren auf Kantons- und Bundesebene. Vorbehaltlich eines erfolgreichen Abschlusses dieser Schritte ist der Beginn der Arbeiten für 2029 vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gougra.ch.