Medienmitteilung

#prixalpiq 2026 – Wasser als Quelle der Innovation: von digitalisierten Suonen bis zu bislang unerschlossenen Wasserressourcen in unseren Tunneln

29.10.2026, 10:00 | Medienmitteilung

Lausanne – Zum sechsten Mal zeichnet der #prixalpiq zwei innovative Projekte aus, die konkrete Lösungen für die Herausforderungen der Wasserbewirtschaftung entwickeln. Die Oberwalliser Gemeinde Törbel erhält den #prixalpiq 2026 für ein Projekt zur Digitalisierung der Suonenbewirtschaftung, das aus einem partizipativen Prozess hervorgegangen ist. Die Auszeichnung «Coup de Cœur» der Jury geht an die Gemeinde Zermatt für ihr Projekt, entlang der Wände eines Tunnels Trinkwasser zu fassen und so die lokale Versorgung zu stärken.

Wie lässt sich die immer wertvollere Ressource Wasser besser bewirtschaften, ohne den Wasserverbrauch zu erhöhen? Die sechste Ausgabe des #prixalpiq zeichnet zwei Projekte aus, die diesen Ansatz beispielhaft verkörpern: In Törbel verbindet das Projekt die Digitalisierung eines jahrhundertealten Bewässerungssystems mit dem Einbezug der lokalen Bevölkerung; in Zermatt setzt es auf die innovative Nutzung einer bislang unerschlossenen Quelle. Alpiq hat gemeinsam mit dem Verband der konzedierenden Gemeinden des Wallis (ACC) die beiden Gewinnerprojekte im Rahmen einer Preisverleihung am 28. Oktober in der Aula der HES-SO Valais-Wallis in Sitten bekannt gegeben.

«Das Jahr 2026 hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung ist», sagt Michaël Plaschy, Präsident der Jury des #prixalpiq und Leiter Wasserkraftproduktion bei Alpiq. «Die Herausforderungen sind zwar komplex, doch sie erfordern konkrete Lösungen, die von den Gemeinden in Zusammenarbeit mit den lokalen Akteurinnen und Akteuren getragen werden. Genau darin liegt der Sinn der Unterstützung durch den #prixalpiq.»

David Melly, Präsident des ACC, ergänzt: «Die in diesem Jahr eingereichten Projekte zeigen eindrücklich, dass die Walliser Gemeinden Lösungen entwickeln können, die auf ihre jeweiligen Gegebenheiten zugeschnitten sind. Mit den sehr unterschiedlichen Vorschlägen aus Törbel und Zermatt zeichnen wir zwei Initiativen mit Vorbildcharakter aus, die weit über ihre jeweiligen Gemeindegrenzen hinaus inspirieren.»

Partizipativer Prozess in Törbel: Bewässerung messen, planen und automatisieren

In Törbel beruht das kommunale Bewässerungssystem auf einem über Generationen hinweg gewachsenen traditionellen Suonennetz und Bewässerungssystem, das unter anderem mehr als 600 «Beregner» umfasst. Mit dem Projekt «O-STROM» will die Gemeinde den Wasserverbrauch nicht erhöhen, sondern mehr Informationen über die verfügbare Wasserressource erhalten, diese gezielter verteilen und effizienter nutzen. Mehrere Pilotstandorte wurden mit Sensoren ausgerüstet, um die für eine digitale Echtzeitabbildung des Netzes erforderlichen Daten zu erfassen. Zudem ist vorgesehen, die Wasserverteilung auf die verschiedenen Fassungen zu automatisieren und so Wegstrecken zu reduzieren, das Wasser am richtigen Ort einzusetzen und bei Störungen schneller zu reagieren.

Die Oberwalliser Gemeinde Törbel hat den #prixalpiq 2026 gewonnen.
Dank neuer Technologien kann Törbel sein Wasser künftig besser verteilen und gezielter sowie effizienter dorthin leiten, wo es benötigt wird. Gleichzeitig lassen sich menschliche Eingriffe und Fahrten reduzieren.

Im Projekt werden auch die Nutzerinnen und Nutzer des Netzes berücksichtigt. Interviews, Gruppenworkshops und Fragebögen erlaubten eine zugleich einfache, nützliche und mit den traditionellen Praktiken vereinbare Lösung zu entwickeln. Diese Verbindung von Digitalisierung und Einbezug der lokalen Bevölkerung hat die Jury überzeugt.

«Wir können nicht beeinflussen, wie viel Wasser uns zur Verfügung steht. Aber wir können beeinflussen, wie wir damit umgehen», sagt Gemeinderat Renato Karlen. «Mit O-STROM wollen wir unser traditionelles Bewässerungssystem durch moderne Messdaten und eine flexiblere Planung und Steuerung verbessern, das vorhandene Wasser effizienter nutzen und die Nutzer im Alltag entlasten. Der #prixalpiq ist für uns eine wertvolle Anerkennung und Unterstützung, diesen Weg weiterzugehen.»

Das als Pilot konzipierte Projekt kann anschliessend auf weitere Wasserfassungen in Törbel sowie auf andere Berggemeinden übertragen werden.

Eine neue Trinkwasserquelle mitten in einem Tunnel in Zermatt

Die Auszeichnung «Coup de Cœur» der Jury geht an AquaCapture, ein Projekt der Einwohnergemeinde Zermatt. In einem Stollen im Gebiet Seikre tritt an mehreren Stellen natürliches Quellwasser direkt aus dem Fels aus. Dieses wird bisher nicht gezielt für die Trinkwasserversorgung genutzt.

Der «Coup de Cœur» der Jury geht an AquaCapture, eingereicht von der Gemeinde Zermatt.
Die Anlage zur Fassung des Quellwassers am Felsen ist mit vergleichsweise geringen Eingriffen verbunden, kann aber einen wertvollen Beitrag zur Trinkwasserversorgung der Gemeinde Zermatt leisten.

Im Rahmen des Projekts wird ein standardisiertes Fassungssystem aus Edelstahl entwickelt, mit dem das Quellwasser unmittelbar am natürlichen Austritt geschützt gefasst werden soll. Aufbau und Konstruktionsprinzip bleiben gleich, lediglich die Abmessungen werden an die jeweiligen Wasseraustritte angepasst. Das gefasste Quellwasser soll über die bestehenden Transportleitungen der Wasserversorgung zum nächstgelegenen Reservoir geführt werden und so die Versorgungssicherheit von Zermatt verbessern.

Damit erschliesst das Projekt eine bereits vorhandene lokale Wasserressource für die Trinkwasserversorgung. Dank seiner Anpassungsfähigkeit könnte das System auch in anderen Stollen mit vergleichbaren Bedingungen eingesetzt werden – ein Aspekt, der bei der Jury auf besonderes Interesse stiess.

«Wir sind überzeugt, dass diese Lösung zahlreichen Gemeinden in den Alpen, die vor ähnlichen Herausforderungen bei der Trinkwasserversorgung stehen, neue Perspektiven eröffnen kann» sagt Stephan Amrein, Abteilungsleiter Wasserversorgung der Einwohnergemeinde Zermatt.

17 Projekte und ebenso viele Lösungen für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung

17 Projekte sind bei der Jury des #prixalpiq 2026 eingereicht worden. Sie decken ein breites Spektrum an Herausforderungen ab: beispielsweise Trinkwasserversorgung, Bewässerung, Revitalisierung von Fliessgewässern, Sensibilisierung, Aufwertung des Kulturerbes.

Die Jury beurteilte die Bewerbungen nach Kriterien wie nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser, Machbarkeit, wirtschaftlicher und sozialer Nutzen für die Gemeinden sowie Innovationsgrad.

Der Preisverleihung gingen ein Referat mit dem Titel «Die Suonen – lebendiges Erbe einer nachhaltigen Moderne und der Multifunktionalität des Wassers» sowie ein Podiumsgespräch zur multifunktionalen Wasserbewirtschaftung voraus. In diesem Kontext zeigt das Beispiel Törbels, wie sich ein jahrhundertealtes Bewässerungserbe mithilfe von Daten und Automatisierung weiterentwickeln lässt, ohne seine lokale Verankerung zu verlieren.

Über den #prixalpiq

Seit 2021 zeichnet Alpiq in Zusammenarbeit mit dem Verband der konzedierenden Gemeinden des Wallis (ACC) mit dem #prixalpiq Projekte für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Energie, Tourismus, Kultur und weiteren Bereichen aus. Mit einem Gesamtwert von CHF 50’000 wird die Entwicklung konkreter Projekte gefördert, die von Walliser Gemeinden getragen oder unterstützt werden.