Kontaktformular

Kontaktformular (Konditionen: Gas-, Stromversorgung, Tel.)

Kontaktdaten / Allgemein (Contact-Flap)
Was interessiert Sie?
Produkte (Contact-Flap)
Gasversorgung (Contact Flap Options)
Ihr jährlicher Gasverbrauch
Ihre Standorte
Stromversorgung Informationen (Contact Flap Options)
Ihr jährlicher Stromverbrauch
Ihre Standorte
Submit (Contact-Flap)

Equigy – Crowd Balancing Plattform

Die Zunahme erneuerbarer Energien sorgt für eine höhere Volatilität in der Stromproduktion. Aber auch der Verbrauch wird volatiler, weil Elektroautos, Wärmepumpen und die Elektrifizierung von Industrieprozessen zunehmen. Folglich herrscht mehr Fluktuation im Stromnetz – eine Herausforderung für Übertragungsnetzbetreiber wie Swissgrid.

Weil elektrische Energie im Stromnetz nicht gespeichert werden kann, muss die eingespeiste und entnommene Menge zu jedem Zeitpunkt übereinstimmen. Auch kleinere Abweichungen müssen kontinuierlich ausgeglichen werden. Damit der erhöhte Bedarf an Ausgleichsenergie auch in Zukunft gewährleistet ist, sind neue und zusätzliche Quellen erforderlich. Warum also für die sogenannte Regelenergie nur auf flexible Kraftwerke wie Pumpspeicherkraftwerke zurückgreifen, nicht aber auf die vielen, kleinen dezentralen Produzenten und Speicher? Genau das erprobt das Projekt Equigy.

Equigy ist eine Crowd Balancing Plattform, die in der Schweiz vom Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid lanciert und von einem gemeinsamen Konsortium mit TenneT und Terna initialisiert wurde. Mittels Blockchain-Technologie will die Plattform kleine, dezentrale Einheiten wie Photovoltaik-Anlagen, Batterien, Wärmepumpen oder Elektroautos in den Regelenergiemarkt einbinden. Besitzerinnen und Besitzer solch kleiner Einheiten könnten ihre verfügbaren Kapazitäten mit Hilfe von Dritten, sogenannten Aggregatoren, den Übertragungsnetzbetreibern zur Verfügung stellen. Mit einem Versuch in den Niederlanden und Deutschland konnte TenneT die technische Machbarkeit bereits bestätigen. Zwischen Juni und Dezember 2020 wird in der Schweiz ein ähnliches Pilotprojekt durchgeführt, an dem auch Alpiq beteiligt ist.

Welchen Beitrag leistet Alpiq zu Equigy?

Als einer der grössten Stromproduzenten der Schweiz, der mit seinem flexiblen Kraftwerksportfolio bereits Regelleistung erbringt, aber auch dezentrale Anlagen Dritter wie Windkraftwerke, Biogasanlagen oder Batterien vermarktet, sind wir prädestiniert für die Rolle des kommerziellen Aggregators. Als solcher bilden wir das Bindeglied zwischen dem technischen Aggregator, der die Anlagen steuert, und dem Übertragungsnetzbetreiber. Alpiq bietet die aggregierte Flexibilität auf dem Systemdienstleistungsmarkt an und stellt Primärregelleistung bereit.

Warum eignen sich Batterien besonders zur Erbringung von Ausgleichsenergie?

Die Crowd Balancing Plattform soll den Beweis erbringen, dass viele kleine Produktions-, Verbrauchs- oder Speichereinheiten durch ihre Aggregierung durch Blockchain-Technologie und IoT ebenso geeignet sind, Regelenergie bereitzustellen wie flexible Wasser- oder Gaskraftwerke. Besonders interessant sind dabei auch Batteriespeicher. Wie keine andere Anlage können Batterien im Millisekundentakt auf Netzveränderungen reagieren. Festinstallierte Gross- oder Heimbatterien, aber auch mobile Batterien wie z.B. in Elektroautos mit Vehicle-to-Grid-Technik können nicht nur positive Regelleistung, sondern auch negative Regelleistung erbringen. Sprich: Sie können bei Bedarf Strom ins Netz einspeisen, bei Überschuss aber auch entnehmen und speichern.

Warum ist Alpiq die richtige Aggregatorin?

Alpiq ist bereits seit etlichen Jahren im Regelpooling mit dezentralen Stromerzeugern tätig. Daneben bewirtschaften wir im Kundenauftrag auch Batteriespeicher und erbringen damit Systemdienstleistungen. Der 1,2-MW-Batteriespeicher am EW Maienfeld war der erste Batteriespeicher in der Schweiz, den Swissgrid für Sekundärregelleistung präqualifizierte. Ab Q3/2020 geht eine 20-MW-Batterie in Brunnen (SZ) in Betrieb und erbringt als derzeit grösster Batteriespeicher der Schweiz ebenso Sekundärregelleistung.

Wie funktioniert die Blockkettentechnologie im Hintergrund?

Für Equigy verwenden wir Blockchain als Datenspeicher. Eine Reihe von Live-Informationen, wie z.B. die von den Aggregatoren abgegebenen Flexibilitätsangebote oder die Menge der effektiv bereitgestellten Regelenergie, werden im Ledger gespeichert. Diese Informationen können jederzeit von anderen Teilnehmern abgerufen werden, um Aufgaben durchzuführen, wie z.B. die Aktivierung der Anlagen.

Bislang wurde noch kein Smart Contracting zur Automatisierung der Informationsverarbeitung eingesetzt; es könnte aber in Zukunft zum Einsatz kommen.

Welche Technologie wird verwendet?

Wir verwenden Hyperledger Fabric. Dabei handelt es sich um ein verteiltes Ledger, das von der Linux Foundation entwickelt wurde. Im Fall von Equigy betreibt IBM die Knoten und stellt APIs bereit, die es anderen Akteuren ermöglichen, Daten abzurufen und einzugeben. Die IoT-Geräte interagieren noch nicht direkt mit der Crowd Balancing Plattform, aber letztlich sollten sie über eine kryptografische Identifizierung verfügen, damit sie ihre Datensätze direkt an die Kette senden können.

Warum ist dies wichtig für Europa?

Es gilt als der praktikabelste gemeinsame Ansatz unter den Initiativen in Europa. Die Plattform wird es kleinen Produzenten ermöglichen, über einen Aggregator zur Flexibilität des Netzes beizutragen und eine aktive Rolle beim Netzausgleich zu spielen.

Die Plattform soll einen neuen europäischen Standard setzen und es vier oder möglicherweise mehr nationalen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) – jenen Organisationen, die für den Energietransport und den Ausgleich von Angebot und Nachfrage zuständig sind – ermöglichen zusammenzuarbeiten, um den Markt für grüne Energie zu fördern und zu verbessern.

Fragen, die wir mit dem Pilotprojekt Equigy lösen wollen:

  • Ist Blockchain technisch überhaupt in der Lage, den Prozess zur Erbringung von Primärregelleistung zu unterstützen?

  • Wie vernünftig ist überhaupt der Aufbau eines Blockchain-Netzwerks zwischen Swissgrid und einigen wenigen Aggregatoren? 

  • Wie einfach können Aggregatoren und Anlagen- bzw. Speicherbesitzer die Blockchain-Schnittstellen einbinden?

  • Wie und mit welcher Genauigkeit können wir als Aggregator die verfügbare Kapazität einschätzen? 

  • Können wir die Kapazität mit der erforderlichen Zuverlässigkeit bereitstellen?

  • Was wären künftige Geschäftsmodelle zwischen dem Netzbetreiber, einem kommerziellen Aggregator wie uns, einem technischen Aggregator und den Anlagenbesitzern?

Gerne halten wir Sie auf dem Laufenden, wie sich unsere Fragen und die Crowd Balancing Plattform entwickeln.

Weitere Informationen