Welche Massnahmen sind nötig, damit die Mobilitätswende in Deutschland voranschreitet?
Sobald die Hersteller höhere Produktionszahlen und mehr Modelle anbieten, ist es wichtig, dass überall – wirklich überall – genügend Lademöglichkeiten vorhanden sind. Das Laden darf kein Hindernis mehr sein.
Zunächst muss es wesentlich einfacher werden, im privaten Bereich Lademöglichkeiten aufzubauen. Das derzeitige Miet- und Eigentumsrecht macht den Aufbau privater Ladeeinrichtungen in Garagen und Stellplätzen sehr kompliziert. Mieter, aber auch Eigentümer eines Stellplatzes brauchen immer das Einverständnis sämtlicher Eigentümer einer Eigentümergemeinschaft. Dies ist aufwändig und nicht zeitgemäss.
Ebenso muss noch viel mehr in die öffentliche Ladeinfrastruktur investiert werden – vor allem in Wohngebieten. Viele Autobesitzer haben keinen eigenen Stellplatz. Für diese muss das Laden aber genauso möglich sein.
Bei all diesen Punkten sehe ich einen grossen Nachholbedarf in Deutschland.
Du hast die Herausforderungen sowohl des privaten als auch des öffentlichen Ladens angesprochen. Wo siehst Du momentan das grösste Problem beim Laden unterwegs?
Es müssen deutlich mehr Lademöglichkeiten geschaffen werden, damit die sogenannte «Range-Anxiety» – die Angst, ein Ziel mit der vorhandenen Ladung nicht zu erreichen – überwunden wird.
Für die Zukunft wird es dann wichtig, dass es je Ladestation auch genügend Ladepunkte gibt. Denn sonst wird aus der «Range-Anxiety» eine sogenannte «Queuing Anxiety». Das heisst, die Autofahrer haben Angst, dass sie bei der nächsten Ladestation zu lange warten müssen.
Welche Lösungen hält Alpiq parat, um die derzeitigen Hürden zu beseitigen und den Einstieg in die Elektromobilität zu erleichtern?
Das ist das Besondere an Alpiq: Wir haben für absolut sämtliche Anforderungen eine Lösung und in den vergangenen acht Jahren immense Erfahrungen gesammelt. Was uns auszeichnet, ist ein tiefes Verständnis des Last- und Energiemanagements verbunden mit unserer Hands-on-Mentalität bei der Installation und im Service. Gerade für grössere Projekte und Unternehmen haben wir ein eigenes Prozesstool entwickelt, um von der Planung bis zum Betrieb alle Schritte und beteiligten Partner zu koordinieren. So benötigt das Projekt sehr wenig Zeit.
Am meisten profitiert natürlich der Nutzer, also der Fahrer eines Elektroautos. Ihm steht eine perfekt errichtete und gewartete Lademöglichkeit zur Verfügung. Unsere direkten Kunden sind aber Automobilhersteller, für deren Autokäufer wir private Wallboxen installieren; Unternehmen, die auf ihrem Firmengelände grössere Installationen mit mehreren Ladestationen gleichzeitig planen; oder Betreiber von Schnellladestationen. Sie alle profitieren von unserer professionellen Abwicklung der Installation und unserer Erfahrung beim Bau von komplexen, grösseren Anlagen.