Staumauer Lucendro und Sella

Das Herzstück dieser Anlage ist die Kraftwerkszentrale Airolo. Die zwei Generatoren mit einer Nennleistung von je 29 MW werden von zwei Peltonturbinen angetrieben. Mit der erzielten Jahresproduktion könnte die Stadt Chiasso mit Strom versorgt werden. Von der Schaltanlage Airolo führen 220kV-Leitungen über den Gotthard, den Nufenen und nach Lavorgo. Das Kleinkraftwerk Sella nahm 1991 seinen Betrieb auf. Es nutzt die 100 Meter Höhendifferenz zwischen den Stauseen Sella und Lucendro aus, leistet 2 MW und produziert 3 GWh jährlich.
Die Lucendro-Staumauer
Das Speicherkraftwerk Lucendro wurde zwischen 1942 und 1945, also gegen Ende des zweiten Weltkrieges erbaut. Das war entscheidend für die Wahl des Bautyps.
Weil Zement und Armierungseisen damals rationiert waren, wählten die Planer der Staumauer einen besonderen Bautyp.
Die Lucendro-Mauer ist eine sogenannte Pfeilerkopfmauer oder eine aufgelöste Gewichtsstaumauer, Bauart Nötzli. Die Kronenlänge beträgt 270 Meter, die Höhe 69 Meter. Die Mauer besteht aus aneinander gebauten, pfeilerartigen Elementen, die auf den beiden Aussenseiten der Mauer eine Dicke von 13 Metern, in der Mitte dagegen nur 3,5 Metern aufweisen. Zwischen zwei Pfeilerelementen besteht im Innern jeweils ein Hohlraum von maximal 9,5 Metern Breite und bis zu 69 Metern Höhe.
Diese Bauart bietet statischen die grösstmögliche Sicherheit, spart Zement und verkürzt die Bauzeit. Weil die Mauer im zweiten Weltkrieg gebaut wurde, waren diese Faktoren wichtige Grundlagen für die Wahl des Bautyps.
Hydraulische Kraftwerke
Speicherkraftwerke
Schweiz
Gotthard, Schweiz
Airolo 2 x 29 MW, Sella 2 MW
Alpiq: 100%
1945
75 GWh (2011)
Ja
in Betrieb
























